Journalisten fehlt der Überblick

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Als ich vor zwei Wochen in den Medien-Hotels in Krasnaja Poljana war, hätte ich mir denken können, dass empörte Kommentare der dort untergebrachten Journalisten schon bald in der Weltpresse für ein großes Echo sorgen würden. In der Tat sah kurz vor Eröffnung der Hotels alles noch nach einer riesigen Baustelle aus. Die Fertigstellung der Hotelzimmer wurde allerdings mit größter Mühe vorangetrieben. Sie sahen auch wesentlich besser als die Lobby und der Rest der Hotels aus. Redlich versuchte mir eine Sprecherin des Hotels zu erklären, dass sie alles Mögliche täten um pünktlich fertig zu werden. Ich glaubte ihr.

Als die Journalisten dann anreisten, war das Geschrei groß. Hier hing die Gardine von der Decke, dort war noch Baustaub vor den Türen. Jeder nicht lockere Türknauf wurde als Grund größter Echauffiertheit photographiert und getwittert. Unter dem Hashtag #SochiProblems  gruppierte sich in kürzester Zeit ein Wutmob, der die gesamte Olympiade von Anfang an für gescheitert erklärte.

Die Reaktionen auf diesen Sturm der Entrüstung ließen die Wogen dann wieder ein wenig glätten. Übertrieben fanden viele die Schlussfolgerungen  jener Journalisten,  widersprachen sie doch dem Feedback der Athleten die sich im Olympischen Dorf wunschlos glücklich zu fühlen schienen. Es war eben nicht alles so arg im Verzug wie der Bau der sechs Hotels auf 960 Metern Höhe im sogenannten „Gorki-Village“.  Da fehlte den Journalisten um die #SochiProblems Gruppe scheinbar in der Eile die Zeit zunächst das Gesamtpaket Olympia in den Blick zu nehmen.

Es ist schwer jemandem in der Ferne, sei es in Text, Bild oder Ton, zu vermitteln, in welchen Ausmaßen hier ein Olympiaort geschaffen wurde. Gigantisch wirken die Stadien, die sich um den Sockel mit der Fackel reihen. Auf der einen Seite die Schneebedeckten Berge, auf der anderen Seite das Meer. Alles ist fußläufig schnell zu erreichen. Das Olympische Dorf, das internationale Medienzentrum, die Medien-Hotels im Coastal Cluster.  Von den örtlichen Bedingungen für Sportler,  Journalisten und Besucher wirklich ein perfektes Olympia.  Im Gegensatz zu den Plänen für der Olympiabewerbung Münchens, nach denen lediglich zwei weitere Austragungsorte gebaut werden gemusst hätten, wurden in Sochi 11 Austragungsorte von 11 Austragungsorten neu gebaut. Die größte Baustelle der Welt befand sich in den letzten sieben Jahren in Sochi. Von russischer Seite hieß es nach den Beschwerden der Journalisten, dass 3 Prozent der für die Winterspiele nötigen Gebäude nicht auf den Tag genau fertig wurden. Und wenn es 10 Prozent sind, so ist es doch bemerkenswert, dass ca. 90 Prozent dieses gigantischen Bauprojektes fristgerecht fertig gestellt wurden. Das ist für russische Verhältnisse bemerkenswert und es würde die FIFA beruhigen, wenn ähnliche Zahlen in Brasilien veröffentlicht werden würden.  Daran ändert auch ein Bild zwei direkt nebeneinander verbauten Toilettenschüsseln nichts.

Vielleicht sollten die Journalisten in Krasnaja Poljana die Situation in den Hotels mit Humor nehmen und den Blick auf die russischen Helfer richten, die sich erkennbar bemühen mit allen Mitteln uns die Spiele son angenehm und schön wie möglich zu machen.

Als ich vor zwei Wochen in den Medien-Hotels in Krasnaja Poljana war, hätte ich mir denken können, dass empörte Kommentare der dort untergebrachten Journalisten schon bald in der Weltpresse für ein großes Echo sorgen würden. In der Tat sah kurz vor Eröffnung der Hotels alles noch nach einer riesigen Baustelle aus. Die Fertigstellung der Hotelzimmer…

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